Alfred Schmeide zum Kreisbrandrat gewählt

18. Juni 2018

Mit hauchdünner Mehrheit wurde Alfred Schmeide zum Kreisbrandrat gewählt. Die vergangenen Wochen empfand er als nervenaufreibend.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Eines war für Landrat Josef Niedermaier klar: Er wollte, dass die Kommandanten der Landkreis-Feuerwehren eine echte Wahl haben. Deshalb schlug er ihnen in der außerordentlichen Dienstversammlung am Montagabend im Landratsamt zwei Kandidaten vor, die im Januar die Nachfolge von Kreisbrandrat Karl Murböck antreten könnten. Alfred Schmeide (46) aus Lenggries und Josef Limm (50) aus Münsing. Nur Bewerber, die der Landrat benennt, können gewählt werden.

Dass beide Kandidaten im Kreis der Feuerwehr geschätzt und als absolut tauglich für das Amt angesehen werden, zeigte das Ergebnis: Schmeide hatte am Ende mit gerade mal einer Stimme die Nase vorn. „Ich danke für das Vertrauen“, sagte der Lenggrieser, der bislang Kreisbrandinspektor für den Bereich Süd ist und an der Feuerwehrschule in Geretsried arbeitet, nach der spannenden Wahl.

Gut eineinhalb Jahre lang hatten sich Niedermaier – er ist der oberste Dienstherr der Feuerwehren – und Murböck Gedanken über die Nachfolge gemacht. „Es wurden viele Gespräche geführt, bis sich diese zwei Kandidaten herauskristallisiert haben“, sagte der Landrat. Dass er zwei Bewerber ins Rennen schicke, habe auch für Kritik gesorgt. Er spalte die Feuerwehr, lautete einer der Vorwürfe. „Aber beide Bewerber erfüllen die Voraussetzungen zur Genüge.“ Beide seien Feuerwehrmänner aus „tiefster Überzeugung. Keiner von beiden stellt sich hier zur Wahl, um sein Ego zu befriedigen“. Er wolle die Entscheidung „nicht im stillen Kämmerchen treffen“, betonte Niedermaier. „Sie haben jetzt die Qual der Wahl“, wandte er sich an die Kommandanten.

 

Traditionell wird bei der Feuerwehr eigentlich in der Dreikönigsversammlung am 6. Januar gewählt. Toni Stowasser, am Landratsamt zuständig für den Katastrophenschutz, erklärte, warum man nicht so lange warten wollte. Das neue Feuerwehrgesetz sieht vor, dass mit der Amtszeit des Kreisbrandrats auch die aller anderen Führungskräfte der Inspektion endet. Daher wolle man dem neuen Kreisbrandrat genügend Zeit geben, um sich bis 6. Januar eine neue Führungsmannschaft zusammenzustellen, sagte Stowasser. Und genau das wird Alfred Schmeides Hauptaufgabe in den kommenden Monaten bis zu seinem offiziellen Amtsantritt sein. „Das Ziel ist, dass ich bis November eine Mannschaft habe“, sagte er.

Aber erst geht es für den 46-Jährigen in den Urlaub. Die vergangenen Wochen, in denen sich er und Limm bei allen Feuerwehren vorstellten, seien schon „nervenaufreibend“ gewesen, sagte Schmeide am Tag nach seiner Wahl. „Ich glaube, ohne Unterstützung durch meine Frau hätte ich das nicht durchgestanden.“ Über die Wahl „freue ich mich sehr“. Das knappe Ergebnis empfindet er nicht als belastend. Im Gegenteil. „Ich habe schon den Eindruck, dass ich die Unterstützung aller Kommandanten habe.“ Limm und Schmeide hatten sich schon vor der Wahl die gegenseitige Loyalität zugesichert.

Es ist übrigens nicht so, dass Schmeide gewählt wurde, weil es im südlichen Landkreis mehr Feuerwehren gibt: Tatsächlich ist das Verhältnis 27 zu 31 im Norden. Drei Kommandanten – einer aus dem Norden, zwei aus dem Süden – fehlten bei der Abstimmung.


Quelle: Tölzer Kurier